Abmahnung wegen deinem Impressum?
Was du jetzt tun solltest
„Die Nachricht kam plötzlich und mit ihr die Unsicherheit.“
Eine E-Mail.
Ein Brief.
Ein Schreiben vom Anwalt.
Und plötzlich steht da:
Abmahnung wegen fehlendem oder fehlerhaftem Impressum.
Wenn du das gerade erlebst, bist du nicht allein.
Und vor allem: Es ist kein Weltuntergang.
Aber: Du solltest jetzt richtig reagieren.
Wir kennen den Autor seit einiger Zeit aus dem gemeinsamen BNI Netzwerk und es freut uns immer zu sehen, wenn Menschen in der Onlinewelt rechtliche Themen klar und verständlich erklären. Genau das macht der Beitrag: Er bringt das Problem auf den Punkt, vor dem viele stehen, die online sichtbar sind.
Was bedeutet eine Abmahnung überhaupt?
Eine Abmahnung ist zunächst nichts anderes als ein Hinweis darauf, dass du gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen hast, in diesem Fall gegen die Impressumspflicht.
Typische Gründe sind:
- kein Impressum vorhanden
- unvollständige Angaben
- Impressum schwer auffindbar
- falsche oder veraltete Daten
- kein Impressum auf Social Media
Gerade viele Selbstständige, Gründer oder Menschen im Direktvertrieb / Network Marketing sind betroffen, weil sie online sichtbar sind, aber die rechtlichen Anforderungen nicht vollständig kennen.
Typischer Fehler: „Ich dachte, das betrifft mich nicht“
Einer der häufigsten Gründe für eine Abmahnung wegen fehlendem Impressum ist ein Gedanke, den wir immer wieder hören: „Ich dachte, das betrifft mich nicht.“
Viele Selbstständige, Gründer und insbesondere Menschen im Direktvertrieb oder Network Marketing gehen davon aus, dass die Impressumspflicht nur für große Unternehmen oder klassische Webseiten gilt. Doch genau hier liegt ein entscheidender Irrtum.
Denn die Realität ist:
Sobald du online geschäftlich aktiv bist, greift die Impressumspflicht, unabhängig davon, ob du haupt- oder nebenberuflich selbstständig bist.
Das betrifft zum Beispiel:
- dein Instagram- oder Facebook-Profil, wenn du Produkte zeigst oder bewirbst
- dein TikTok-Account, auf dem du Empfehlungen aussprichst
- dein WhatsApp Business-Profil
- oder jede andere Plattform, auf der du dich unternehmerisch präsentierst
Viele denken:
„Ich habe doch keine Webseite, also brauche ich kein Impressum.“
„Ich bin nur nebenberuflich selbstständig, das ist doch nicht so streng.“
„Ich nutze doch das Impressum meines Unternehmens.“
Doch all diese Annahmen können schnell zu Problemen führen.
Denn rechtlich gesehen trittst du in dem Moment, in dem du Produkte bewirbst, Dienstleistungen anbietest oder Einnahmen erzielst, als eigener Unternehmer auf. Und damit bist du auch selbst dafür verantwortlich, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, dazu gehört insbesondere ein vollständiges und korrektes Impressum.
Gerade im Direktvertrieb ist diese Unsicherheit besonders verbreitet. Viele verlassen sich darauf, dass das Unternehmen ein Impressum bereitstellt. Was jedoch oft nicht klar kommuniziert wird: Dieses Impressum gilt ausschließlich für das Unternehmen selbst und nicht für dich als Vertriebspartner.
Die Folge:
Ein fehlendes oder fehlerhaftes Impressum wird oft erst dann zum Thema, wenn bereits eine Abmahnung im Raum steht.
Deshalb ist es so wichtig, frühzeitig Klarheit zu schaffen. Nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung für dein eigenes Business.
Denn wer von Anfang an versteht, wann und warum die Impressumspflicht für Selbstständige greift, kann typische Fehler vermeiden und sich sicher im Online-Auftritt bewegen.
Was du jetzt konkret tun solltest
1. Ruhe bewahren
Auch wenn es sich schlimm anfühlt: Eine Abmahnung ist kein Urteil.
2. Fristen prüfen
In der Abmahnung steht meist eine Frist. Diese solltest du ernst nehmen.
3. Impressum sofort korrigieren
Das ist der wichtigste Schritt.
- Fehlendes Impressum ergänzen
- Angaben prüfen
- rechtssichere Version erstellen
4. Nicht vorschnell unterschreiben
Oft liegt eine sogenannte Unterlassungserklärung bei.
Diese solltest du nicht ungeprüft unterschreiben, da sie langfristige Verpflichtungen enthalten kann.
5. Unterstützung holen
Gerade wenn du unsicher bist: Hol dir professionelle Hilfe.
Welche Kosten können entstehen?
Die Kosten einer Abmahnung können variieren. Häufig entstehen:
- Anwaltskosten
- ggf. Vertragsstrafen bei Wiederholung
- Kosten für die Nachbesserung
Je nach Fall kann das schnell mehrere hundert Euro betragen. Umso wichtiger ist es, zukünftig rechtssicher aufgestellt zu sein.
Wie du zukünftige Abmahnungen vermeidest
Um Abmahnungen zu vermeiden und dein Business rechtssicher aufzustellen, ist es wichtig, einige grundlegende Punkte im Blick zu behalten. Achte darauf, dass dein Impressum vollständig und korrekt ist und alle gesetzlich erforderlichen Angaben enthält. Ebenso entscheidend ist, dass deine Daten regelmäßig aktualisiert werden, denn veraltete Informationen können schnell zu Problemen führen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Erreichbarkeit deines Impressums. Es sollte für Besucher deiner Website oder deines Profils jederzeit leicht auffindbar sein (mit maximal zwei Klicks). Gerade im Bereich Social Media wird das häufig unterschätzt. Deshalb solltest du sicherstellen, dass auch deine Social-Media-Profile korrekt mit deinem Impressum verlinkt sind, beispielsweise über die Bio oder einen entsprechenden Link.
Neben dem Impressum spielt auch der Datenschutz eine zentrale Rolle. Eine passende und aktuelle Datenschutzerklärung ist Pflicht, insbesondere wenn du online sichtbar bist, Formulare nutzt oder mit Kundendaten arbeitest.
Wenn diese Grundlagen sauber umgesetzt sind, schaffst du nicht nur rechtliche Sicherheit, sondern auch Vertrauen bei deinen Kunden und legst damit ein stabiles Fundament für dein Business.
Unsere Erfahrung:
Viele hätten es gern früher gewusst
Wir sprechen täglich mit Selbstständigen, Gründern und Direktvertriebspartnern. Und ganz oft hören wir die Sätze „Hätte ich das mal früher gewusst.“ oder „Ich wusste nicht, dass ich das brauche.“
Eine Abmahnung ist oft der Moment, in dem das Thema plötzlich ernst wird.
Unser Tipp:
Warte nicht, bis es teuer wird
Rechtssicherheit ist kein „Nice-to-have“.
Sie ist die Grundlage für ein entspanntes Business.